Mit Betroffenheit und Bestürzung reagiert der Familienbund der Katholiken auf die jetzt vorgestellten Zahlen, die den Umfang von sexuellem Missbrauch in den Diözesen Dresden-Meißen und Görlitz dokumentieren. Im Bistum-Dresden-Meißen sind demnach mindestens 28 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt geworden und im Bistum Görlitz ist hat sich bisher ein Opfer gemeldet, dass von einem Priester missbraucht worden ist. 16 Kleriker aus den Bistümern Dresden-Meißen und Görlitz sollen sich schuldig gemacht haben, oftmals aus „sexueller Unreife“, wie die Autoren der jetzt in Fulda vorgestellten Studie der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema Missbrauch schreiben. „Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs ist entsetzlich. Besonders bestürzend ist, dass mitunter die eigenen Eltern den Missbrauch nicht bemerkt, weggesehen oder ihren Kindern nicht geglaubt haben. Und es ist beschämend, dass ausgerechnet in der katholischen Kirche, die selbst hohe moralische Maßstäbe vertritt, solch widerwärtige Verbrechen begangen wurden“, sagt der Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken Landesverband Sachsen, Michael Hannich. „Schutzbefohlene der Kirche und ihre Familien haben durch Machtmissbrauch und Vertrauensbruch unermessliches Leid erfahren, das häufig tiefe seelische Verletzungen verursacht. Das macht mich tief betroffen. Die unheilvolle Art und Weise, wie in den zurückliegenden Jahren solche Vorgänge verheimlicht und vertuscht wurde, kann nicht akzeptiert werden. Die Kirche – und damit meine ich Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien – muss jetzt, ungeachtet des eigenen Ansehens, an der Seite der Opfer stehen!“ Mit Blick auf die Zukunft könne das nur heißen, dass die Kirche ihre Präventionsarbeit fortsetzen und verstärken müsse. Wesentlichen Anteil am großen Ausmaß des sexuellen Missbrauchs habe auch die Tabuisierung von Sexualität in der Kirche. Eine grundlegende Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs sei nur möglich, wenn sich die Kirche einer offen geführten Sexualitätsdebatte stelle, so Hannich.

Familienbund fordert verstärkte Präventionsarbeit für Familien und neue Ansätze in der Sexualmoral der Kirche