Arzt im Kittel mit StehtoskopBonn/Warendorf (ked). „Endlich ist Schluss mit dem gottlosen Gehabe um den Numerus Clausus im Bereich der Medizin – und unseres Erachtens kann das nur ein Anfang ein, ein Signal“, kommentiert Marie-Theres Kastner, Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED), die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, wonach die Studienplatzvergabe in Humanmedizin teilweise gegen das Grundgesetz verstößt.
Das bisherige Vorgehen reduziere die Bewerber ausschließlich auf ihren Notendurchschnitt. „Das ist definitiv zu wenig. Wenn es zum Beispiel im Matthäusevangelium darum geht, die anvertrauten Talente nicht zurückzuhalten zum Wohle aller, sondern sie einzusetzen, dann ist das das Gegenteil der bisherigen Praxis in der Vergabe der Medizin-Studienplätze“, erklärt Marie-Theres Kastner ihren Standpunkt.
„Eine Note sagt doch nur sehr bedingt etwas aus über die Eignung eines Bewerbers für einen Medizin-Studiengang“, sagt sie. „Ein Arzt braucht mehr als gute Noten, wenn er später Menschen helfen will. Nicht ohne Grund scheiden heute so viele Mediziner aus der täglichen Patientenversorgung aus, wenn sie merken, dass ihnen die sogenannten ‚soft skills’ fehlen.“
Eine Reform sei längst überfällig. Junge Menschen, die nach dem bisherigen System durchs Raster gefallen seien, suchten ihr Heil entweder in langjährigen der Medizin nahestehenden Berufen – sogar mit abgeschlossener Ausbildung – oder im europäischen Ausland. Dort absolvierten sie dann auch mit erheblichem finanziellen Aufwand ihr Studium.
„Es kann nicht sein, dass ein Medizin-Studium nur den Einser-Abiturienten und den finanziell auf Rosen Gebetteten offen steht“, führt Marie-Theres Kastner aus. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sei richtungsweisend – auch für andere Studiengänge. „Kein Talent darf verloren gehen – nirgendwo“, so die Bundesvorsitzende der KED.

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